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Ist Untreue nicht menschlich?

2. September 2010

Sex sells! Zweifellos richtig ist diese inzwischen allgemeingültige Wahrheit, die wohl jeder kennt. Und da in der virtuellen Welt heutzutage ein großer Teil unseres Existierens stattfindet, ist auch hier alles, was mit der bedeutendsten Nebensache der Welt zusammenhängt, zugänglich. Plattformen, auf denen sich Leute  auf der Sexpartner Suche verabreden können, die zwar eine Beziehung haben, aber eben  auf der Suche nach einem sexuellen Abenteuer zwischendurch sind, entstehen vermehrt neben den etablierten Onlinepartnervermittlungen. Dem suchenden Nutzer versprechen diese  Seitensprung-Agenturen, von denen hier die Rede ist, die Vermittlung eines gewünschten Gegenstücks - diskret versteht sich! Da steht dem gesuchten Ehebruch dann nichts mehr im Weg… Denn es sind die Vorteile klar: Ein weitaus vielfältigeres Angebot steht den Wartenden online zur Verfügung. Da man ja doch unter einem Pseudonym unterwegs ist, fühlt man sich außerdem ganz einfach anonymer als in dem Club um die Ecke. Peinliche Missverständnisse sind  ausgeschlossen, denn man darf ja davon ausgehen, auf Gleichgesinnte zu treffen, und eine gar zu schmerzliche Abfuhr muss man damit zudem nicht befürchten. Immerhin bis zu 30 Euro betragen monatliche Beiträge, die Männer für ihre Teilnahme entrichten müssen, während für Frauen  solche Vermittlungen zumeist kostenlos sind. Vor Witzbolden und sogenannten “Trollen” schützen und die Seriosität der Seite unterstreichen soll die Hürde dieses Mitgliederbeitrags. Man(n) macht sich danach auf die Suche nach einem (oder mehreren) Partner(n), die den eigenen Vorstellungen entsprechen, anhand eines aufgestellten Profils, für das man Mitteilungen zur Person und ggf. auch seine Vorstellungen und Fotos preisgibt. Nur finden muss man alsoden/die Richtige(n)! Und dort liegt bestimmt ein Problem: Auch bei offenbar seriösen Partnerbörsen gibt es keine Sicherheit, dass man für das eigene Geld auch etwas erhält, also einen Partner für den Seitensprung. Obwohl man Aufwand und auch Geld investiert hat, bleibt die Gefährdung, nicht den gewünschten Erfolg erhalten zu können. Es kann zur virtuellen Erotik übergehen und der verbale Austausch sollte beginnen, wenn man allerdings dann jemanden getroffen hat, der den eigenen Wünschen zu genügen scheint. Es steht dann die die Begegnung im wirklichen Leben an, wenn beide Nutzer einverstanden sind. Dass sich die Wünsche dann nicht ganz bös getäuscht sehen, beim allerersten Treffen, bleibt zu wünschen! Denn dieser Internetbörsen haben ihren riesigen Nachteil unweigerlich hierin: Darauf, dass es das Gegenüber der Andere in gleichem Maße ehrlich mit einem meint und die wohlwollenden “Beschönigungen” in der Eigeneinschätzungnicht zu sehr mit der dem echten Leben  auf Kriegsfuß stehen, muss man bauen. Denn es lässt sich über die Realität nicht mehr hinwegtäuschen, sofern es dann früher oder später bei einem wirklichen Treffen ernst wird. Aber sind wir bei der anderen allgemeingültigen Wahrheit angekommen: Über Geschmack lässt sich streiten…

Hallo Welt!

8. August 2006

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